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Akupunktur Die Akupunktur ist ein sehr altes Heilverfahren. In China wird die Akupunktur seit Jahrhunderten zur Schmerzlinderung und zur Heilung eingesetzt. Auch in Europa ist die Akupunktur schon viele Jahrhunderte bekannt. Selbst beim Gletschermann Ötzi wurde entdeckt, dass dieser durch einfache Akupunktur behandelt wurde. Akupunktur wird auch heute sowohl am
Körper aber auch am Ohr erfolgreich eingesetzt. Dieses Heilverfahren
wurde auch in Europa in den letzten Jahrzehnten verstärkt erforscht und
unterstützend zur Heilung eingesetzt. Auch in der Zahnheilkunde kann die Akupunktur unterstützend bei Schmerzen und zur Heilbehandlung durchgeführt werden. |
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Was ist Akupunktur?
Was versteht man unter chinesischer Akupunktur oder Körperakupunktur
Die Reizung von Akupunkturpunkten
ist wohl die älteste und am weitesten verbreitete Heilmethode der Welt. Durch
Einstiche mit Nadeln an genau festgelegten Punkten der Haut können Störungen
im Körperinneren beseitigt oder gelindert werden.
Diese Akupunkturpunkte liegen alle auf Leitlinien, die man als Meridiane
bezeichnet. In ihnen kreist nach altchinesischer Auffassung die sogenannte
Lebensenergie mit ihren Anteilen YIN und YANG. Diese beiden lebenserhaltenden
Kräfte sind im Körper gleichzeitig, jedoch als Gegenpole, wirksam. Ihr
völliges Gleichgewicht im Organismus stellt den idealen Gesundheitszustand dar.
Ein Ungleichgewicht führt auf Dauer zu Krankheit.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf Akupunkturpunkte einzuwirken. Sticht
man Nadeln in sie ein, so bezeichnet man dies als Akupunktur, außerdem kann man
sie auch durch Wärme (Moxibustion), Ultraschall, Laserstrahlen oder auch durch
Druck mit dem Finger oder mit einem Stift (Akupressur) reizen.
Betrachtet man auf einer Akupunkturtafel die über den Körper verlaufenden
Meridianbahnen, wird verständlich, dass auch z.B. fern vom Ort eines
Schmerzgeschehens gelegene Akupunkturpunkte in der Behandlung eine Rolle spielen
können. Denn häufig muss der Arzt energetisch den gesamten Meridian als
Funktionskreis stabilisieren (und nicht nur eine kleine lokale Stelle), um
wirkungsvoll eine Krankheit zu bekämpfen.
Manche Menschen erschrecken bei dem Gedanken, dass Nadeln in ihre Haut
eingestochen werden sollen. Üblicherweise verwenden die meisten
Akupunkturärzte aber sehr feine Nadeln, daher ist eine Akupunkturbehandlung gut
zu ertragen. Der geringe Schmerz beim Einstich einer Akupunkturnadel ist
vergleichsweise viel schwächer als derjenige wenn der Arzt eine Spritze gibt.
Auch Kinder ab ca. 8 Jahren können mit Akupunktur behandelt werden. Dafür
verwendet man spezielle, ganz besonders dünne Nadeln. Bei noch jüngeren
Kindern kommt der völlig schmerzfreie Akupunkturlaser zum Einsatz.
Was ist Ohrakupunktur
Der französische Arzt Dr. Paul Nogier entdeckte und entwickelte vor etwa 40 Jahren die Ohrakupunktur. Die Ohroberfläche bildet eine Reflexzone, auf der alle Organe des Körpers abgebildet sind (Ohrreflexzonen nach Nogier und Bahr).
Die Untersuchung der
Ohrreflexzonen erlaubt eine genaue Aussage darüber, wo Schmerzen bestehen oder
welche Organe des Körpers bei unklaren Beschwerden betroffen sind. Außerdem
kann man weitere Störungen im Körper ausfindig machen, die einen Heilungsprozess
verzögern oder sogar ganz verhindern können. Dies sind die sogenannten Störherde,
die auf den ersten Blick mit dem eigentlichen Krankheitsgeschehen nichts zu
tun haben und von denen der Patient oftmals nichts merkt. Diese Herde können
jedoch so negativ auf den Körper wirken, dass er eher bereit ist zu erkranken.
Auch eine schon bestehende Krankheit wird daran "gehindert", auf die
üblichen Therapien zu reagieren. Dem Körper gelingt es nicht, die Krankheit zu
überwinden.
Solche Herde können zum Beispiel sein: tote oder eitrige Zähne, chronisch
entzündete Kieferhöhlen, entzündete Mandeln und alte sonstigen Entzündungen.
Außerdem kann jede Narbe zum Störherd werden. Jede Narbe kann - muss aber
nicht stören. Durch die Untersuchung der Ohrreflexzonen ist es dem Arzt
möglich, genau festzustellen, ob und welche Narbe zum Störherd geworden ist.
Er kann auch erkennen, ob vielleicht irgendwo im Körper eine Entzündung oder
eine Giftbelastung vorliegt (z.B. Quecksilberbelastung durch Amalgamfüllungen).
Ohne die Mitbehandlung eines vorhandenen Störherdes
ist unter Umständen auf Dauer eine erfolgreiche Heilung oft nicht möglich.
Die
Untersuchung erfolgt durch Messung von Spannungsdifferenzen an
der Ohroberfläche. Dabei werden die einzelnen Punkte der Organe auf elektrische
Veränderungen geprüft. Die Ohrmuschel ist sozusagen ein körpereigenes
Diagnosezentrum, weil die Korrespondenzpunkte von Körperteilen und Organen am
Ohr nur darin nachweisbar werden, wenn an der fraglichen Stelle eine Störung
vorliegt.
Ist also auf der Ohrmuschel z.B. der Leberpunkt elektrisch, verändert, dann
bedeutet dies eine Störung im Bereich der Leber.
Die
Behandlung geschieht durch Stechen von Nadeln in die notwendigen
Punkte am Ohr, gegebenenfalls zusätzlich am Körper. Kleine Kinder werden
üblicherweise nicht "gestochen" sondern mit dem Lasergerät an den
betroffenen Ohrpunkten bestrahlt.
Alle Reize oder Signale, die durch Ohrakupunktur ausgelöst werden, gelangen
über das Zwischenhirn zu den zugehörigen Körperteilen, die diese Kommandos,
eben weil sie vom Gehirn kommen, strikt befolgen. Die Ohrakupunktur bedient sich
also stets der Steuerzentrale des Menschen, des Gehirns.
Aufgrund der kurzen Reflexwege zwischen
der Ohrmuschel und den Schmerzzentren des Gehirns ist die
Ohrakupunktur nach Ansicht chinesischer, russischer und deutscher Forscher
besonders wirksam bei Schmerzzuständen.
Wann wird Akupunktur eingesetzt
Behandelt werden können durch
Ohr- bzw. durch Körperakupunktur vor allem Erkrankungen, die auf eine gestörte
Organfunktion zurückzuführen sind. Bei zerstörten Strukturen, z.B. starker
Arthrose, kann die Akupunktur nur noch eine Linderung bewirken. So wenig die
Akupunktur Gallen- oder Nierensteine auflösen kann, so wenig vermag sie
Knochenbrüche zu heilen. Nach einer Operation kann sie jedoch die Schmerzen
nehmen.
Notfallmäßig darf akupunktiert werden bei Herzschmerzen, Gallenkoliken,
Nierenkoliken, Zahnschmerzen, Asthmaanfällen - aber nur zusätzlich zur
üblichen schulmedizinischen Behandlung.
Für welche Krankheitsbilder wird die Akupunktur sogar von der Weltgesundheftsorganisation in Genf empfohlen
Erfreulicherweise hilft die Akupunktur gerade für die häufigsten Erkrankungen und wird beispielsweise von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen bei:
Schmerzbehandlung allgemein besonders auch Kopfschmerz und Migräne,
Schulter-Arm-Syndrom und Tennisellenbogen
Kreuzschmerzen und Ischialgien, Osteoarthritis
Allgemeinen Erkältungskrankheiten
Akuter Nebenhöhlenentzündung
Akuter Bronchitis und Bronchial-Asthma, Heuschnupfen
Trigeminus Neuralgie und Meniäre-Krankheit
Verstopfung, aber auch Durchfall
Lähmung nach Schlaganfall
Gesichtslähmung (im Frühstadium, d.h. innerhalb von 3-6 Monaten)
Peripheren Neuropathien
Folgezuständen der Kinderlähmung
Erfolgversprechend kann die Akupunktur auch eingesetzt werden bei:
Allergien
Raucherentwöhnung
Abwehrschwäche, besonders bei Kindern
Hormonellen Störungen bei Frauen, auch bei Kinderwunsch
Schlafstörungen
Schmerzen, auch Zahnschmerzen
Würgereiz
Erfolgsaussichten und Behandlungsdauer
Der Arzt kann in der Regel nicht
nach einer telefonischen oder schriftlichen Voranfrage die Erfolgsaussichten
beurteilen, sondern er muss erst eine genaue spezielle Untersuchung (Diagnostik
mit Hilfe von Methoden der Akupunktur) durchführen.
Manche Kranke empfinden nach der Akupunktur sofort Erleichterung, andere
brauchen Tage dazu. Üblicherweise benötigt man etwa vier oder fünf
Behandlungen, im Abstand von etwa einer Woche, bevor eine Besserung verspürt
wird. Es gibt Patienten, die bemerken so etwas wie eine schwebende Leichtigkeit
nach einer Behandlung, und fast alle fühlen sich danach sehr entspannt. In
manchen Fällen können bis zu zehn oder mehr Einzelbehandlungen nötig sein.
Sowohl die Ohr- als auch die Körperakupunktur sind sehr wirkungsvolle
Behandlungsformen, die, wenn sie von geschulten Ärzten
durchgeführt werden, keine Risiken haben.
Die Akupunktur sollte ausschließlich in Verbindung mit einer klinischen
Diagnostik, wie sie nur der Arzt bzw. Zahnarzt vornehmen kann,
erfolgen.
Eine Akupunkturbehandlung dauert meistens 30-45 Minuten. Eine Erstuntersuchung
kann über eine Stunde dauern.
Zahlen die gesetzlichen bzw. die privaten Versicherungen
Die Akupunktur kann nicht über
den Krankenschein abgerechnet werden. In früheren Jahren haben die gesetzlichen
Krankenkassen einen Teil der Akupunkturbehandlung nach Antragstellung
übernommen.
Seit Anfang 2000 bezahlen jedoch die meisten gesetzlichen Krankenkassen keine
Zuschüsse mehr für Akupunkturbehandlungen. Allerdings kann nach vorheriger
Antragstellung und Begutachtung durch den medizinischen Dienst (der dann
ggf. bescheinigt, dass schulmedizinische Behandlungen keinen Erfolg bringen) ein
Teil der Akupunkturbehandlung durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen
werden.
Die privaten Krankenversicherungen sind laut Urteil des Bundesgerichtshofes
(Aktenzeichen: IV ZR 135/92) zumindest dann verpflichtet, die "Alternative
Medizin" zu bezahlen, wenn die sogenannte Schulmedizin erfolglos geblieben
ist, und die Akupunktur mit hoher Wahrscheinlichkeit Hilfe bringen kann.
Wenn
Sie noch mehr über Akupunktur erfahren möchten können Sie sich unter der
untenangegebenen Adresse über das Internet in die Website der
Deutschen
Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin e.V. (DAA) einwählen.
Dort finden Sie weitergehende Informationen für Patienten.
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Diese Seite wurde erstellt von Dr. Elke Seitz und Uli Kloppmann.
© Dr. Elke Seitz 2000