Knirschen und Pressen mit den Zähnen
Nächtliches Zähneknirschen - laut hörbar - darunter leiden viele Menschen.
Aber nicht immer ist Zähneknirschen oder auch das Aufeinanderpressen der Zähne hörbar.
Folgen des Knirschens oder Pressens sind eine erhöhte Abnutzung von Zähnen, Kieferknochen und Kiefergelenk mit Veränderung der Biss-Situation. Auch Muskelveränderungen und Muskelschmerzen und Kopfschmerzen können auftreten.
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| abgenutzte
Oberkieferfrontzähne, stark verkürzt mit rauen dünnen Kanten |
verkürzte
Unterkieferfrontzähne, im Oberkiefer bereits abgeplatzte Zahnkanten |
abgenutzte Zähne im Front- und Seitenzahngebiet, zum Teil bis auf die Wurzeln |
Durch gründliche Untersuchung in der Praxis kann man feststellen, ob sie mit den Zähnen "arbeiten".
Meist
handelt es sich um eine Angewohnheit, die im Unterbewusstsein stattfindet und
nicht bemerkt wird.
Viele Sprichworte zeigen, dass das Problem schon immer vorhanden war:
"Beiß doch die Zähne zusammen" oder "zähneknirschend ergab er
sich in sein Schicksal" - schon immer wurden unbewusst über die Zähne
Stresssituationen verarbeitet und Kraft geschöpft. Auch exzessives
Kaugummikauen erhöht den Zahnkontakt und führt zu verstärkter Belastung von
Zähnen und Geweben.
Andere Ursachen für Zähneknirschen und Pressen können auch umfangreiche
Gebiss-Sanierungen sein: zum Beispiel neu eingegliederter Zahnersatz oder viele
neue Füllungen. Wenn der Zahnersatz nicht optimal passt oder die Füllungen zu
hoch sind, versucht man unbewusst dies über das Knirschen auszugleichen.
Unsere Zähne dienen dem Zerkleinern der Nahrung. Im Ruhezustand berühren sich die Zähne nicht. Auch beim Sprechen haben die Oberkiefer- und Unterkieferzähne keinen Kontakt miteinander. Rechnet man die Zeit der Nahrungsaufnahme und die eigentlichen Kauvorgänge zeitlich zusammen, so berühren sich die Zähne am Tag maximal 10-15Minuten - nicht länger. Jeder weitere Zahnkontakt ohne Nahrung ist zuviel und schadet. Deshalb kann auch Kaugummikauen dazu führen, dass die Zähne erheblich länger als von der Natur aus vorgesehen aufeinander treffen und das kann zur erhöhter Abnutzung führen. Leidet man unter Zähneknirschen oder sind die Zähne bereits abgenutzt sollte man auf alle Fälle auf Kaugummikauen verzichten.
Was kann man tun
Durch Vermeiden von Stress, Stressbewältigung und Stressabbau kann schon viel geholfen sein. Weiterhin sollte durch gründliche zahnärztliche Untersuchungen, Selbstbeobachtung und Funktionsanalytische Untersuchungen die Ursache festgestellt werden. Stellt man fest, dass fehlerhafte Zahnkontakte auf Zahnersatz oder Füllungen bestehen oder der Biss nicht mehr stimmt, sollte dies reguliert werden. Zu Beginn der Therapie wird meist das Eingliedern einer Knirscherschiene vorgenommen. Durch das Tragen einer Schiene, die je nach vorliegender Biss-Situation ganz unterschiedlich sein kann, wird zunächst die verkrampfte Muskulatur gelockert, die Zähne treffen nicht mehr aufeinander. Ein Schiene kann als Therapieeinleitung für spätere Bissveränderungen dienen. Eine Schiene kann aber auch dauerhaft zu tragen sein (meist Nachts) wenn Stress oder psychische Faktoren die Hauptauslöser des Knirschens oder Pressens sind. Dann wird in Zeiten vermehrten Knirschens oder vermehrter Verspannungen die Schiene getragen, bessert sich die Situation, kann auf die Schiene wieder eine Weile verzichtet werden. Ist die Psyche der Hauptauslöser des Knirschens, kann langfristig auch eine psychotherapeutische Behandlung nötig sein.
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Knirscherschiene
Je nach Art des Knirschens oder Pressens wird die Schiene im Oberkiefer oder Unterkiefer eingegliedert. Sie wird nach Abformungen passgenau aus durchsichtigem Kunststoff hergestellt und der gewünschte Biss wird eingestellt. Mit der Schiene die Nachts, manchmal auch am Tage getragen wird, wird die Muskulatur entspannt und der Zahnkontakt und das Knirschen oder Pressen verhindert. Allerdings heilt die Schiene das Knirschen oder Pressen nicht, sie ist nur ein Hilfsmittel. |
Diese Seite wurde erstellt von Dr. Elke Seitz und Uli Kloppmann.
© Dr. Elke Seitz 2000