Materialien für Zahnersatz
Hochgoldhaltige Legierungen
enthalten
über 88% Gold und über 9% Platin und einige Spuren Beimengungen. Die Farbe ist gelb bis
hellgelb/weißgoldfarben je nachdem wie hoch der Platinanteil ist. Die
Legierungen die ich in meiner Praxis verwende sind Silber-, Kupfer- und
Palladiumfrei.
Hochgoldlegierungen gelten als biokompatibel (gewebefreundlich) und es gibt
jahrzehntelange Erfahrungen.
Sie werden verwendet zur Herstellung von Kronen, Brücken und Teilprothesen und
können mit zahnfarbenen Materialien wie Keramik und Kunststoffen verblendet
werden.
Gold-reduzierte Legierungen
Diese
Legierungen enthalten nur etwa 50% Goldanteil und Beimischungen von Kupfer,
Silber, Palladium u.a.
Die Farbe ist gelb bis silberfarben je nach Zusammensetzung. Spargoldlegierungen
verwende ich nicht weil die Zusammensetzung vieler Metalle in der Legierung zum
Teil umstritten sind und mit Nebenwirkungen und Korrosion zu rechnen ist.
Sie werden ebenfalls verwendet zur Anfertigung von festsitzendem und abnehmbaren
Zahnersatz.
In meiner Praxis werden Gold-reduzierte Legierungen nicht verwendet.
Titan
Titanlegierungen
sind silber-schwarzfarben. Die Legierungen sind sehr hart und schwer im
zahntechnischen Labor zu verarbeiten. Sie gelten als gut biologisch verträglich haben
jedoch optische Nachteile durch die Farbe. Die Passform ist oft nicht so gut wie
bei Hochgoldhaltigen Legierungen durch die schwierige Verarbeitung.
Titanlegierungen haben die gleiche Indikation wie Goldlegierungen.
Keramik zahnfarben
Keramik
wird als Material zur Verblendung von festsitzenden Kronen und Brücken
eingesetzt. Auf die Gold-Unterlage wird die Keramik aufgebrannt. Die Farbe kann
exakt an die natürliche Zahnfarbe angepasst werden und durch Bemalung ganz
individuell gestaltet werden.
Heute ist es auch möglich Einzelkronen aus Voll-Keramik herzustellen, das
heißt metallfrei. Bei Brücken und größerem Zahnersatz ist eine metallfreie
vollkeramisch Gestaltung nicht ideal da die Keramik dann zu bruchgefährdet ist.
Keramik ist gut biologisch verträglich und verfärbt sich auch nach vielen
Jahren nicht.
Ein neuartiger keramischer Werkstoff ist das Zirkoniumoxid.
Kunststoff zahnfarben
Zahnfarbene
Kunststoffe dienen der Verblendung von Zahnersatz zur Abdeckung des Metalls im
sichtbaren Bereich. Kunststoffe als Verblendmaterialien haben heute einen hohen
Standard erreicht. Bei abnehmbarem Zahnersatz ist es das Verblendmaterial der
Wahl denn hier ist Keramik auf Grund der Härte nicht ideal. Bei festsitzendem
Zahnersatz ist Keramik dem Kunststoff als Verblendmaterial vorzuziehen.
Kunststoffe können sich im Laufe der Jahre verfärben . Bei abnehmbarem
Zahnersatz kann man dann die Verblendungen erneuern, bei festsitzendem
Zahnersatz eigentlich nicht. An Kunststoffe lagert sich leichter Plaque an als
an natürliche Zahnsubstanz oder Keramik. Sachgemäße Reinigung des
Zahnersatzes ohne scharfe Mittel ist Grundvoraussetzung für den Langzeiterhalt
der Verblendungen.
Die Verwendung von Kunststoffen alleine ohne Metallunterlage für festsitzenden Zahnersatz beschränkt sich
auf wenige Ausnahmen da das Material hierfür zu instabil ist und daher allenfalls
geeignet für sehr kleine Klebebrücken oder nur vorübergehenden Zahnersatz in
Ausnahmefällen.
Rosafarbene Kunststoffe dienen der Herstellung von abnehmbaren Zahnersatz wie Teilprothesen oder Vollprothesen. In das Bett aus Kunststoff werden die künstlichen Zähne gesetzt.
Unverträglichkeiten gegen Verblend- oder Prothesenkunststoffe sind möglich aber kommen nur sehr selten vor.
Stahl
zahnmedizinischer Stahl ist eine Legierung aus Chrom, Cobalt, Molybdän und Silizium. Die Farbe ist silbergrau. Stähle sind sehr stabil und werden für gegossene Gerüstteile bei abnehmbaren Teilprothesen verwendet. Stahl gilt als gut verträglich und Unverträglichkeitsreaktionen sind sehr selten.
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Diese Seite wurde erstellt von Dr. Elke Seitz und Uli Kloppmann.
© Dr. Elke Seitz 2000