Entfernen von Weisheitszähnen
Weisheitszähne müssen oft entfernt werden. Im Laufe der Evolution ist unser Kiefer kleiner geworden. Die Zähne jedoch nicht. Leider passen die Weisheitszähne deshalb oft nicht mehr in den Kiefer, sind jedoch angelegt. Manchmal liegen sie tief im Kiefer verborgen und können nicht durchbrechen, manchmal kommen sie halb heraus, doch dann fehlt der Platz, dass sie vollständig in den Kiefer wachsen können. Oft kommt es dadurch zu Entzündungen im Kiefer (Dentitio difficilis) einhergehend mit Schmerzen, Schwellung, Mundöffnungsbeschwerden.
Unsere Vorfahren haben riesige Kiefer und starke Muskulatur gehabt. Sie brauchten die großen Seitenzähne (Molaren, Mahlzähne) noch um die meist rohe Nahrung gut zu zerkleinern. Im Laufe der Entwicklung der Menschheit, wurde die Nahrung immer mehr zubereitet und gekocht. Die Notwendigkeit, starke Zähne zu haben war nicht mehr da, die Nahrung musste weniger gekaut werden. Dadurch wurde die Muskulatur schwächer und auch die Kieferknochen von Generation zu Generation zierlicher. Bei vielen Kindern sind heute schon gar keine Weisheitszähne mehr angelegt. Sind Weisheitszähne jedoch noch vorhanden passen sie meist nicht mehr in den Kiefer.
Sie haben einen Weisheitszahn, der nicht genügend Platz hat oder verlagert ist. Er kann nicht normal durchbrechen und sich nicht ordnungsgemäß in die Zahnreihe einordnen:
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retinierter/verlagerter Weisheitszahn: |
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Teilweise retinierter/verlagerter Weisheitszahn: |
Die Entfernung des Weisheitszahnes kann aus folgenden Gründen notwendig sein:
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es kann zu Entzündungsprozessen der Schleimhaut und des Knochens in der Umgebung der Zahnkrone, insbesondere bei teilweise retinierten Zähnen kommen |
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es kann zur Zystenbildung um die Krone des retinierten Zahnes kommen, ausgehend von dem Zahnsäckchen, das die Krone umgibt |
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eine Schädigung des unteren zweiten Backenzahnes durch den Druck des am Durchbruch gehinderten Weisheitszahnes kann eintreten |
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der Weisheitszahn kann ein Herd für Allgemeinerkrankungen darstellen oder auch die Ursache einer Gesichtsneuralgie (Schmerz) sein |
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es kann durch den Wachstumsdruck des Weisheitszahnes es zu einer Verschiebung der Zahnreihe kommen |
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die Eingliederung von Zahnersatz (Krone, Inlay, Brücke, Prothese) am letzten Backenzahn kann durch eine vielleicht später notwendige Entfernung des retinierten Weisheitszahnes gefährdet werden |
Operation/Entfernung des Weisheitszahnes
In örtlicher Betäubung (nur in Ausnahmefällen in Allgemeinnarkose) wird die Schleimhaut vom Knochen gelöst, und der Zahn wenn nötig mit einem Bohrer durch Abtragen des Knochens freigelegt. Dann kann er mit einem Hebel und einer Zange gelöst und entfernt werden. In bestimmten Fällen ist es nötig, den Zahn zunächst zu teilen. Die Wunde wird gegebenenfalls vernäht und eine Tamponade eingelegt, die einige Male gewechselt werden muss.
In Ausnahmen kann ein chirurgischer Eingriff auch unter
Vollnarkose im Beisein von
Anästhesisten durchgeführt werden.
Generell wird eine Vollnarkose wird nur im
Ausnahmefall von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlt: bei Kindern
unter 12 Jahren die nicht mit örtlicher Betäubung behandelt werden können und
nicht mit dem Zahnarzt zusammenarbeiten, bei Patienten mit geistigen
Behinderungen oder schweren Bewegungsstörungen, Patienten mit schweren
anerkannten Angststörungen, Patienten die eine Allergie gegen örtliche
Betäubungsmittel haben und daher nicht anders behandelt werden können, wenn der
chirurgische Eingriff aufgrund seiner Größe nicht mit lokaler Betäubung
durchgeführt werden kann.
In Fällen, in denen eine Vollnarkose medizinisch
nicht notwendig ist, aber vom Patienten gewünscht wird, gibt es die Möglichkeit
die Vollnarkose als Privatleistung durchführen zu lassen.
Wie verläuft die Wundheilung
Nach dem Eingriff können eine Schwellung der Wange, eine
Einschränkung der Mundöffnung, Schmerzen und Schluckbeschwerden auftreten. Es
kann (selten) auch zu einer Temperaturerhöhung bis zu etwa 38°C kommen. Diese
Beschwerden klingen in der Regel nach 3-4 Tagen wieder ab.
Seltener treten schwere Wundheilungsstörungen auf einhergehend mit starken
Schmerzen. Dann bedarf es meist einer Antibiotika-Therapie und manchmal auch
einer chirurgischen Revision der Wunde.
Sofern eine Tamponade eingelegt ist, muss diese mehrfach gewechselt werden.
Nach etwa 8-10 Tagen ist die (äußere) Wundheilung weitgehend abgeschlossen und die Naht (sofern vorhanden) kann entfernt werden.
Zu Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen
Diese Seite wurde erstellt von Dr. Elke Seitz und Uli Kloppmann.
© Dr. Elke Seitz 2000