Mundhygiene
bei Kleinstkindern und Kindern
ab welchem Alter beginnt beginnt man mit dem Zähneputzen?
Saubere Zähne werden nicht krank - oder - früh übt sich wer ein Meister werden will.
Kleinkinder
Man kann gar nicht früh genug beginnen mit der Zahnpflege - am besten gleich
beim ersten Zahn:
Bereits
nach dem Durchbrechen der ersten Milchzähne muss mit der Zahnpflege begonnen
werden. Gerade die Milchzähne werden sehr schnell kariös. Vorsichtig liebevoll
und
spielerisch bürsten die Eltern mit einer kleinen weichen Kinderzahnbürste die
ersten Zähnchen ihres Kindes:
streichende Bewegungen weg vom Zahnfleisch, ca. 10 x pro Zahn ohne Druck und die
Kauflächen mit hin-und her-Bewegungen. Zahncreme ist jetzt noch nicht notwendig.
Ihr Kind wird noch keine drei Minuten stillhalten aber das tägliche
Zähneputzen wird für ihr Kind zur Gewohnheit. Lassen Sie das Kind Sitzen oder
Liegen. Vielleicht können Sie ihrem
Kind während des Putzens ein Liedchen vorträllern oder eine
"Zahngeschichte" erzählen, während es lauscht ist es abgelenkt und Sie
haben es schon
geschafft und die Zähnchen sind sauber. Man reinigt die Milchzähne also
morgens nach dem Frühstück und nach der letzten Abendmahlzeit bzw. vor dem
Schlafengehen.
Mit zwei bis drei Jahren, sobald
ihr Kind selbst die Zahnbürste "halten" kann, sollte es in ihrem
Beisein erst einmal selbst so gut putzen, wie es eben geht. Ein Kleinkind kann alleine maximal die
Kauflächen bürsten, Frontzähne, Außen- und Innenflächen der Zähne jedoch
noch nicht. Loben Sie ihr Kind, wie gut es geputzt hat - auch wenn es Ihnen zu
flüchtig erscheint - mit zunehmendem Alter können die Kinder das immer besser.
Nachdem das Kind geputzt hat, reinigen Sie die kritischen Stellen sanft nach.
Ein Nachputzen durch die Eltern ist solange erforderlich, bis die Kinder mit
etwa 7-8 Jahren selbst die richtige Technik (siehe unten) erlernt haben.
Zahncreme
für Kinder - nicht unbedingt nötig
Kinderzahncremes sind sehr süß damit sie den Kindern auch
"schmecken". So gewöhnt man bereits ein kleines Kind an den Geschmack
"süß" und das muss nicht sein. Kleinkinder schlucken noch die
Zahncreme und es ist besser darauf zu verzichten. Durch die sanfte Bewegung mit
einer Kinderzahnbürste wird der Zahnbelag entfernt und auf sauberen Zähnen
kann keine Karies entstehen.
Ab etwa dem 4. Lebensjahr wenn das Kind die Zahncreme nicht mehr schluckt und ausspülen kann, kann man eine Kinderzahncreme benutzen. Kinderzahncremes enthalten Fluoride, jedoch in geringeren Mengen als in Erwachsenenzahncremes. Achten Sie darauf, dass die Kinder die Zahncreme-Tube nicht auslutschen - gerade bei süß schmeckenden Zahncremes ist dies eine Gefahr.
Ab dem 6. Lebensjahr - Hurra, die zweiten kommen
Auch nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne etwa ab dem 6. Lebensjahr muss ganz besonders auf die Pflege geachtet werden. Die frisch durchgebrochenen bleibenden Zähne sind noch sehr empfindlich und werden schnell kariös. Die Zähne müssen nun aber noch 60-70 Jahre ihre Funktion tun und erhalten bleiben. Die meisten Zahnschäden entstehen zwischen dem 6. u. 18 Lebensjahr, danach tritt eine stabilere Phase ein während der die Karies nicht so schnell fortschreitet. Kann man in dieser kritischen Phase die Zähne gesund erhalten hat man es meist geschafft.
Nun können die Kinder schon selbst ganz gut putzen. Feinmotorisch haben sie jedoch bis zur Pubertät noch lange nicht die Fähigkeiten von Erwachsenen. Auch die Lust zum Zähneputzen ist mehr oder weniger gering. Lassen sie die Kinder putzen so gut sie können und reinigen sie gerade die schwierig zu putzenden Außenflächen und Innenflächen, oder auch die weit hinten liegenden neuen Backenzähne noch nach. Ihr Kind wird es ihnen später mit gesunden Zähnen danken.
Tipp für Eltern
Helfen Sie Ihren Kindern beim Zähneputzen mindestens bis zum 7./8. Lebensjahr. Besonders kleinen Kindern fehlen noch die motorischen Eigenschaften um gründlich die Zähne zu putzen. Lassen Sie zuerst das Kind "putzen" und putzen Sie dann nach. Es soll kein Stress oder Macht-Thema zwischen Kindern und Eltern sein. Gerade bei den Kleinsten kann man spielerisch sehr leicht dem Kind Freude am Zähneputzen erhalten. Eltern haben eine wichtige Vorbildfunktion. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Sieht ihr Kind Sie beim Putzen, wird es auch für das Kind selbstverständlich sein, dass Zähneputzen nach dem Essen dazugehört.
Zähneputzen sollte zur Gewohnheit werden. Auf Gewohnheiten kann man auch später schlecht verzichten. Dazu muss man die Kinder mit Geduld und Spaß motivieren.
Für Kinder und Erwachsene gilt gleichermaßen:
Mindestens 2-3 mal täglich nach den Mahlzeiten insbesondere nach dem Frühstück und nach dem Abendessen/vor dem Zu-Bettgehen/nach dem Essen von Süßigkeiten mindestens 3 Minuten lang die Zähne bürsten, vom Zahnfleisch weg streichen, alle Innen- und Außenflächen der Zähne, die Kauflächen und vor allem die hinteren Zähne nicht vergessen.
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Für Kinder eignen sich Zahnbürsten mit sehr kleinem Kopf (ca.18mm lang), geraden Borsten (keine V-Borsten) und dickem Stiel den Kinderhände gut fassen können.
Elektrische
Zahnbürsten bieten keinen Vorteil gegenüber einer richtig
genutzten Handzahnbürste. Bei Kindern kommt die elektrische Zahnbürste
zunächst ihrem Spieltrieb entgegen, der Reiz des Neuen verfliegt jedoch schnell
- wie bei neuen Spielsachen. Elektrische Zahnbürsten sind in der Regel unnötig da mit der Hand
ebenso gut geputzt werden kann. Es ist ein Trugschluss, dass die elektrische
Zahnbürste Bewegungen durchführt und dadurch das Putzen übernimmt. Man
benötigt mit elektrischen Bürsten die gleiche Zeit und muss entsprechend der
Richtlinien für Handzahnbürsten nachhelfen. Allenfalls bei motorisch
eingeschränkten Menschen (alte Menschen oder Behinderte Menschen) die nicht in
der Lage sind, eine Handzahnbürste richtig zu bewegen, kann die elektrische
Zahnbürste ein Hilfsmittel sein.
Nach
dem Putzen sollten Sie die Zahnbürste unter fließendem Wasser
ausspülen und abtrocknen, dann mit dem Bürstenkopf nach oben in den Becher
stellen. Eine trockene Zahnbürste bietet Bakterien weniger Nährboden als eine nass
aufbewahrte.
Nach
spätestens 8-12 Wochen eine neue Zahnbürste verwenden. Kinder kauen oft noch
auf ihrer Zahnbürste herum - die Borsten werden krumm und struppig, auch dann
ist eine neue Zahnbürste angezeigt.
Auch für Kinderzähne ist Zahnseide geeignet. Bleiben Speisereste zwischen den Milchzähnen oder bleibenden Zähnen hängen können die Eltern, größere Kinder auch selbst, mit der Zahnseide sehr gut die Zwischenräume reinigen.
Auch Kinder können bereits an Parodontitis erkranken - wenn auch selten. Beobachten Sie bei Ihrem Kind blutendes Zahnfleisch kann dies mehrere Ursachen haben: eine Zahnfleischentzündung kann durch Bakterien im Zahnbelag hervorgerufen werden. Veränderungen im Blutbild können eine Ursache sein aber auch frühkindliche Parodontitis. Gehen Sie sofort zum Zahnarzt sollten Sie bemerken, dass das Zahnfleisch ihres Kindes blutet.
Individualprophylaxe und Vorsorgeuntersuchungen für Kinder
Trotz guter Putztechnik erreicht man jedoch oft nicht alle Stellen an denen sich Beläge festgesetzt haben - gerade bei Kindern nicht. Um auch diese Stellen gesund zu erhalten sind regelmäßige Individualprophylaxe für Kinder und mindestens zweimal jährliche Vorsorgeuntersuchungen zu empfehlen. Für Kinder ab dem dritten Lebensjahr gibt es seit 1999 Früherkennungsuntersuchungen.
Durch gute Pflege und vernünftige Ernährung erhalten Sie ihrem Kind gesunde Zähne und Zahnfleisch. Gesunde Zähne sind durch nichts zu ersetzen!
Diese Seite wurde erstellt von Dr. Elke Seitz und Uli Kloppmann.
© Dr. Elke Seitz 2000