Mögliche Komplikationen bei oder nach chirurgischen Eingriffen
Jeder chirurgische Eingriff bedeutet einen Eingriff in den Körper mit Öffnung von Haut, Schleimhaut und mit Eröffnen von Blutgefäßen. Folgende Ausführungen über mögliche Komplikationen sollen Ihnen keine Angst machen, aber man sollte sich der Risiken bewusst sein und informiert sein. Inwiefern es zu Komplikationen kommt hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Meist gehen Eingriffe ohne schwerwiegende Folgen vorbei und die Heilung geht schnell. In seltenen Einzelfällen jedoch sind unten beschriebene Reaktionen möglich.
Die Betäubung
Durch die Betäubungsspritze kann es in seltenen Fällen im Unterkiefer zu einer Schädigung des Unterkiefernervs kommen. Dadurch kann es zu einem vorübergehenden Taubheitsgefühl (sehr selten dauerhaft) an der betroffenen Seite der Unterlippe kommen. Ebenso kann auch der Zungennerv beschädigt werden und mit Taubheitsgefühl der Zunge und Geschmacksverlust (selten dauerhaft) der betroffenen Seite reagieren.
Es kann auch zu Angst-Gefühlen oder Beklemmungsgefühlen durch die Spritze kommen bis hin zu einer Ohnmacht oder einem Schock. Auch starke allergische Reaktionen sind in Einzelfällen möglich. Dann müssen durch Erste Hilfe-Maßnahmen der Kreislauf stabilisiert werden und ein Notarzt oder Internist wird schnellstmöglich hinzugezogen.
Um mögliche Unverträglichkeitsreaktionen auf lokale Betäubungsmittel auszuschließen teilen Sie dem Zahnarzt bitte mit, ob bereits Komplikationen durch eine lokale Betäubung aufgetreten sind, oder ob Sie an bekannten Allergien gegen Medikamente oder Nahrungsmittel leiden.
Mögliche Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen im Unterkiefer
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Da die Wurzeln der Zähne (vor allem der hinteren) manchmal bis an den Unterkiefernerv-Kanal heranreichen können, ist dessen Eröffnung und die mechanische Schädigung des Nerven besonders bei tief zerstörten Zähnen nicht immer zu vermeiden. Dies kann zu einer vorübergehenden, selten zu einer dauerhaften Funktionsstörung mit Ausfall der Sensibilität (Taubheitsgefühl) an der Unterlippe führen. Die Lippenbeweglichkeit ist meist davon nicht betroffen. |
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Ganz selten kann auch der Zungennerv der an der Innenseite des Unterkiefers verläuft durch die Extraktion beschädigt werden. Dies führt zu einem meist zeitlich begrenzten gelegentlich auch andauerndem Taubheitsgefühl an der Zunge und zu Beeinträchtigungen der Geschmacksempfindung auf der betroffenen Zungenseite. |
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Sehr selten kann es in speziellen Fällen auch zu einem Bruch des Unterkiefers kommen der dann geschient werden muss aber in der Regel gut verheilt. |
Mögliche Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen im Oberkiefer
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Durch die Betäubungsspritze kann es auch hier zu Einschränkungen der Empfindung und evtl. Geschmacksverlust auf der betroffenen Seite des Gaumens kommen. Die Beschwerden sind aber sehr selten und wenn sie auftreten meist nur vorübergehend. |
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Bei der Entfernung eines Zahnes im Oberkiefer kann es sehr selten zu einer Eröffnung der in unmittelbarer Nähe der Zahnwurzeln liegenden Nasenhöhle, bei Seitenzähnen der Kieferhöhle kommen. Die eröffnete Nasen/Kieferhöhle wird dann durch eine Zahnfleischplastik verschlossen und heilt in der Regel ohne Komplikationen ab. |
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Bei Zähnen, die nicht an einem Stück entfernt werden können, kann es zum Abwandern von kleinen Wurzelteilchen in die Kieferhöhle kommen. Diese werden gegebenenfalls durch ein Röntgenbild sichtbar gemacht und wenn möglich entfernt. auch danach wird die Kieferhöhleneröffnung plastisch geschlossen. |
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Manchmal kann es bei der Zahnentfernung auch zum Abbrechen kleinerer Knochenstücke kommen, dies kann vor allem beim Entfernen oberer Weisheitszähne eintreten. Dann wird das Gewebe verschlossen und heilt meist von alleine wieder aus. Durch vorsichtiges Vorgehen seitens des Behandlers sind solche Komplikationen jedoch sehr selten. |
Allgemeine Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen
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Wie bei allen operativen Eingriffen kann es nach dem Eingriff zu leichtem Unwohlsein oder einer Reaktion des Kreislaufes kommen. Sie sollten aus diesem Grunde auf alle Fälle mit einer Begleitperson kommen. Nach dem Eingriff dürfen Sie kein Auto fahren |
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Im Bereich des Eingriffs kann es zur Nachblutung kommen. Insbesondere bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmenden Medikamenten kann es zu erheblichen Nachblutungen kommen. Klären Sie ihren Zahnarzt unbedingt vor einem Eingriff auf, wenn Sie solche Medikamente (z.B. Marcumar) einnehmen. Meist haben Sie im Falle erniedrigter Blutgerinnung einen Ausweis. Die Gerinnung muss in solchen Fällen vor einem Eingriff bestimmt werden und ggf. durch den Hausarzt oder Internisten verändert werden. |
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Wundheilungsstörungen sind gerade bei größeren Eingriffen häufiger möglich. Die Mundhöhle ist nicht steril, der Wundverschluss kann nicht steril erfolgen und so haben Keime jederzeit Zugang zur Wunde. Bei starken Wundheilungsstörungen kann ein Antibiotikum nötig sein, manchmal (selten) muss eine Wunde auch noch einmal unter Betäubung chirurgisch nachbehandelt und aufgefrischt werden. |
Endocarditis bedeutet eine Entzündung der Herzklappen die zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann. Die Ursachen an Endocarditis zu erkranken sind einmal angeborene Fehler der Herzklappen, spezielle Herzerkrankungen oder -Operationen oder bereits einmal aufgetretene Erkrankungen der Herzklappen. Bei jedem chirurgischen Eingriff besteht nun die Gefahr, dass in die eröffneten Blutbahnen Bakterien von außen eindringen und sich auf die Herzklappen setzen und dort eine Entzündung mit folgender Funktionsunfähigkeit der Herzklappen hervorrufen. Besteht bei Ihnen ein erhöhtes Risiko an einer Endocarditis zu erkranken, besitzen sie meist einen Pass, indem darauf hingewiesen wird. Sie müssen unbedingt den behandelnden Zahnarzt darauf hinweisen, dass Sie Risikopatient sind, durch Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt oder Kardiologen kann dann vor einer Behandlung durch Einnahme eines Antibiotikums das Risiko vermindert werden. Selbst vor einfachen Behandlungen wie Zahnstein-Entfernen oder Zahnreinigungen kann es zur Zahnfleischblutung kommen - auch in diesen Fällen sind antibiotische Vorbehandlungen dringend nötig.
Um ein Risiko möglich gering zu halten beantworten Sie bitte die Fragen nach Ihrem Gesundheitszustand auf dem Anamnesebogen. Sollten sie lange Jahre bei demselben Zahnarzt in Behandlung sein, so teilen sie Ihm jede Änderung ihres Gesundheitszustandes mit.
Wichtige Fragen vor chirurgischen Eingriffen die sie unbedingt beantworten sollten um mögliche Risiken vorher zu erkennen:
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Bestehen Überempfindlichkeiten/Allergien gegen Medikamente, Pflaster, bestimmte Nahrungsmittel |
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Traten bei zahnärztlichen Eingriffen/anderen Operationen Komplikationen auf? |
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Haben Sie einmal eine Betäubungsspritze nicht gut vertragen (Unwohlsein, Übelkeit, Schwindel)? |
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Leiden Sie an Herz-/Kreislauferkrankungen? |
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Neigen Sie zu vermehrten Blutungen nach Verletzungen oder Eingriffen beim Zahnarzt? |
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Nehmen Sie Blut-verdünnende (gerinnungshemmende) Medikamente? |
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Sind sie Endocarditis - gefährdet? |
Diese Seite wurde erstellt von Dr. Elke Seitz und Uli Kloppmann.
© Dr. Elke Seitz 2000