| Was ist Funktionsdiagnostik | |
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Unser Kausystem |
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Unser Kauorgan entwickelt sich vom Säuglingsalter bis zum Erwachsenenalter. Es besteht aus den Zähnen, den Kaumuskeln, den Schädelknochen und dem Kiefergelenk. In diesem hochkomplizierten System müssen alle Anteile harmonisch zusammenarbeiten um gutes Kauen, Sprechen und Schlucken zu ermöglichen. Alle Zähne sind mit vielen Nervenfasern umhüllt welche Druckempfindungen an das Gehirn weitergeben. Das Gehirn wiederum steuert mit diesen Informationen die kontrollierte Bewegung der Kaumuskeln und damit die Bewegung der Kiefer. Wie sensibel der Tastsinn der Zähne und der Mundhöhle ausgebildet ist, lässt sich an einem einfachen Beispiel ermessen: schon ein einzelnes Haar ist zwischen den Zähnen zu spüren oder stört auf der Zunge. |
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Passen nun die Zahnstellung und die Kiefergelenkstellung nicht zusammen und liegt das Gelenkköpfchen des Unterkiefers nicht genau in der Pfanne führt dies zu Problemen: es treten zunächst Muskelverspannungen auf, eventuell Kopfschmerzen, Nacken- oder Schulterschmerzen. Auch Fehlfunktionen wie Zähnepressen oder Knirschen können entstehen. Somit kann es zur vorzeitigen Abnutzung der Zähne und der Kiefergelenke (Bild rechts) kommen. Auch Kiefergelenkknacken kann auftreten. Ebenso können aber auch Angewohnheiten wie Zähneknirschen oder Pressen ihrerseits wiederum Muskelverspannungen, Gelenkdeformationen oder starke Abnutzung der Zähne verursachen. Beim Zubeißen sollten alle Zähne gleichmäßig zusammenkommen und die Kiefergelenkköpfchen rechts und links genau in der Gelenkpfanne sitzen. |
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Wozu dient die Funktionsdiagnostik |
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Oberkiefer und Unterkiefer werden mit Abformmaterialien abgeformt und es werden Gipsmodelle hergestellt. (Bild unten links) Mit normalen Modellen kann man jedoch die genaue Lage der Kiefergelenke und von Oberkiefer und Unterkiefer nicht bestimmen. Die Funktionsdiagnostik ermöglicht es, die genauen Relationen des Oberkiefers bzw. der Zähne zum Kiefergelenk zu vermessen. Auch die Lage des Unterkiefers zum Gelenk, die Beziehung der beiden Kiefer zueinander und die Zahnstellung Oberkiefer zu Unterkiefer werden genau festgestellt. Das Zusammenspiel aller Anteile des Kauorgans kann beurteilt werden. |
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Um das Zusammenspiel zwischen Oberkiefer und Unterkiefer anhand von Modellen nachempfinden zu können, sind bestimmte diagnostische Maßnahmen und Messungen nötig. Mit speziellen Geräten zum Beispiel einem Gesichtsbogen (Bild rechts) wird die genaue Lage der Kiefergelenke und des Oberkiefers zum Gelenk sowie die Lage des Unterkiefers ermittelt und beurteilt. Unterkieferbewegungen können dargestellt werden. Die Oberkiefer- und Unterkiefer-Modelle können dann anhand der Messungen in einem Artikulator (Bild unten) ganz individuell eingestellt werden. So kann das Zusammenwirken aller Anteile des Kauorgans dargestellt und beurteilt werden. |
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Warum ist Funktionsdiagnostik so wichtig: Ursachen von Kiefergelenkbeschwerden, Kopfschmerzen oder Abnutzungserscheinungen von Gelenk oder Zähnen können festgestellt werden. Die Anfertigung von Zahnersatz wird durch Funktionsdiagnostik verbessert und sicherer. Probleme können vor der Behandlung aufgedeckt werden. Manchmal sind diese Maßnahmen sogar unerlässlich. Bei großen Prothetischen Arbeiten (Zahnersatz) kann ohne Funktionsdiagnostik kaum ein langfristiger Behandlungserfolg sichergestellt werden und wird sogar in den Richtlinien für die Herstellung von Zahnersatz empfohlen. |
Funktionsdiagnostik erhöht den langfristigen Behandlungserfolg sowie die Gesunderhaltung der Zähne, der Kiefergelenke und der Muskulatur. Zähneknirschen und Zähnepressen (Bruxismus) Zähneknirschen oder -Pressen können zu erheblichen Abnutzungen von Zähnen, Muskulatur, Knochen und Kiefergelenk führen. Voraussetzung für eine adäquate Behandlung und eine Schienentherapie ist eine genaue Untersuchung und Funktionsanalyse. Nur so können weiterreichende Schäden und Erkrankungen vermieden werden. Leider werden die Kosten für Funktionsdiagnostik von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen und können daher auf der Grundlage der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) nur privat in Rechnung gestellt werden. |
Diese Seite wurde erstellt von Dr. Elke Seitz und Uli Kloppmann.
© Dr. Elke Seitz 2000